Was kostet eine Kernbohrung? Die wichtigsten Kostenfaktoren
Kurz gesagt: Was eine Kernbohrung kostet, hängt vor allem von Durchmesser, Wanddicke, Material und den Bedingungen vor Ort ab. Diese Faktoren bestimmen, wie lange gebohrt wird, wie stark die Bohrkrone beansprucht wird und wie aufwendig Aufbau und Anfahrt sind. Einen belastbaren Preis kann ein Fachbetrieb deshalb erst nennen, wenn diese Angaben feststehen. Welche Faktoren wie wirken und wie Sie Kosten sparen, lesen Sie hier.
Sie brauchen ein Loch durch die Kellerwand für die Wärmepumpe, eine Öffnung für die Abluft der Dunstabzugshaube oder einen Durchgang für ein neues Abwasserrohr? Dann stellt sich vor dem Auftrag fast immer dieselbe Frage: Was kostet die Kernbohrung? Im Folgenden zeigen wir, wie sich der Preis zusammensetzt, welche Angaben für ein genaues Angebot wichtig sind und wie Sie Kosten sparen. Wir sind die KE-BO-TEC GmbH, 2003 in Köln gegründet, spezialisiert auf Betonbohr- und Sägearbeiten und Mitglied im Fachverband Betonbohren und -sägen Deutschland e.V.
So setzt sich der Preis einer Kernbohrung zusammen
Eine Kernbohrung wird selten nur „pro Loch“ berechnet. Der Preis ergibt sich in der Regel aus drei Bausteinen:
- Bohrleistung: abhängig vom Durchmesser und von der Bohrtiefe, also der Wanddicke. Häufig wird nach Zentimeter Bohrtiefe abgerechnet, gestaffelt nach Durchmesser; manche Betriebe nennen einen Preis je Bohrung.
- Einrichtung und Anfahrt: Weg zur Baustelle, Bohrgerät aufbauen und sicher befestigen, Absaugung oder Wasserversorgung vorbereiten.
- Mehraufwand bei erschwerten Bedingungen: zum Beispiel Bohrungen über Kopf, in großer Höhe oder durch starke Bewehrung.
Auch eine einzelne Bohrung verursacht einen festen Grundaufwand: Anfahrt, Aufbau, Abbau und Reinigung. Deshalb ist eine einzelne Bohrung pro Bohrung gerechnet teurer als mehrere Bohrungen am selben Termin.
Die wichtigsten Kostenfaktoren
Durchmesser
Je größer der Durchmesser, desto größer die Bohrkrone und desto mehr Material muss geschnitten werden. Die Bohrung dauert länger, der Verschleiß an der Diamantkrone steigt. Der Durchmesser ist deshalb einer der stärksten Preistreiber. Welches Maß Sie brauchen, gibt meist Ihr Installateur vor: Rohr, Dämmung und Dichtsystem bestimmen die Größe der Bohrung. Standardmäßig bohren wir Durchmesser von etwa 8 bis 1.500 Millimetern.
Wanddicke und Bohrtiefe
Eine dünne Innenwand ist schneller durchbohrt als eine dicke Außenwand oder eine Bodenplatte. Der Aufwand wächst mit jedem Zentimeter Bohrtiefe. Wer die Wanddicke kennt, kann sie deshalb gleich bei der Anfrage angeben – an einer Fenster- oder Türlaibung lässt sie sich oft einfach messen.
Material: Mauerwerk, Beton oder Stahlbeton
Mauerwerk aus Ziegel oder Kalksandstein lässt sich in der Regel schneller bohren als Beton. Stahlbeton ist am aufwendigsten: Trifft die Bohrkrone auf Bewehrungsstahl, sinkt der Vortrieb und die Krone nutzt sich stärker ab. Ob Bewehrung durchtrennt werden darf, klärt bei tragenden Bauteilen der Statiker. Mehr dazu lesen Sie in unseren Beiträgen zur Kernbohrung in Beton und zur Kernbohrung in Stahlbeton.
Lage der Bohrung und Zugänglichkeit
Waagerecht durch die Wand, gut erreichbar, ist der Standardfall. Bohrungen über Kopf in die Decke, schräge Bohrungen, Arbeiten auf dem Gerüst oder in engen Schächten erhöhen den Aufwand und damit den Preis.
Trocken- oder Nassbohrung
Beim Trockenbohren nimmt eine angeschlossene Absaugung den Bohrstaub auf. Das Verfahren ist geräusch- und vibrationsarm und kommt ohne Wasser aus – ein Vorteil in bewohnten Räumen. In Beton werden dabei meist Bohrkronen bis 162 Millimeter eingesetzt. Beim Nassbohren kühlt Wasser die Bohrkrone und bindet den Staub. Dieses Verfahren eignet sich besonders für Stahlbeton und sehr harte Materialien. Beim Nassbohren kommen Wasserversorgung und das Auffangen des Bohrwassers hinzu. Welches Verfahren nötig ist, ergibt sich vor allem aus Material und Durchmesser. Mehr dazu im Beitrag Trockenbohrverfahren vs. Nassbohrverfahren.
Statische Prüfung
Bei tragenden Wänden, Decken oder Stützen sollte vor der Bohrung ein Statiker prüfen, ob und wo gebohrt werden darf. Ist eine solche Prüfung nötig, kommt das Honorar des Statikers zu den Kosten der Bohrung hinzu. Planen Sie dafür auch etwas Zeit ein.
Zeitpunkt der Arbeiten
Gewerbekunden können Arbeiten auch nachmittags, nachts oder am Wochenende einplanen, damit der Betrieb weiterläuft. Ob sich das auf den Preis auswirkt, besprechen wir vorab mit Ihnen.
So setzt sich der Preis einer Kernbohrung zusammen
| Faktor | Warum er den Preis beeinflusst | Was Sie vorab klären können |
|---|---|---|
| Durchmesser | Größere Bohrkrone, mehr Material, längere Bohrzeit, mehr Verschleiß | Maß vom Installateur oder aus den Herstellerangaben |
| Wanddicke und Bohrtiefe | Der Aufwand wächst mit jedem Zentimeter | Wanddicke messen, z. B. an der Fenster- oder Türlaibung |
| Material und Bewehrung | Stahlbeton bremst den Vortrieb und beansprucht die Bohrkrone stärker | Material der Wand, wenn vorhanden Baupläne |
| Lage und Zugänglichkeit | Über Kopf, schräg, auf dem Gerüst oder im engen Schacht dauert es länger | Stelle anzeichnen, Zugang freiräumen |
| Wasser- oder Staubabsaugung | Bohrwasser muss aufgefangen und entsorgt, Staub abgesaugt werden | Stromanschluss in der Nähe, Nutzung des Raums |
| Anfahrt und Anzahl der Bohrungen | Anfahrt und Aufbau fallen pro Termin an | Mehrere Bohrungen an einem Termin bündeln |
| Statik und Prüfung | Bei tragenden Bauteilen sollte ein Statiker prüfen | Vorab klären, ob das Bauteil tragend ist |
| Zeitpunkt | Arbeiten außerhalb der üblichen Zeiten müssen eigens geplant werden | Wunschtermin früh nennen |
Typische Anwendungsfälle
Kernbohrung für eine Wärmepumpe
Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe führen Kältemittel- oder Heizungsleitungen und Kabel vom Außengerät durch die Außenwand ins Haus. Meist reichen eine oder zwei Bohrungen, die anschließend fachgerecht abgedichtet werden. Mehr dazu im Beitrag Kernbohrung für Wärmepumpe.
Abluft für die Dunstabzugshaube
Abluftrohre haben meist 125 oder 150 Millimeter Durchmesser. Die Bohrung selbst ist je nach Mauerkasten etwas größer – das Maß nennt der Hersteller. Die Kosten hängen vor allem von Wanddicke und Material ab. Worauf es bei der Montage ankommt, lesen Sie im Beitrag Montage einer Dunstabzugshaube.
Neues Abwasserrohr durch die Kellerwand
Wer im Keller ein Bad oder eine Waschküche nachrüstet, braucht oft eine Bohrung für das Abwasserrohr – manchmal durch die Kellerwand, manchmal durch die Bodenplatte. Hier spielt die Bohrtiefe eine große Rolle.
Beispiel: So kommen Sie zu Ihrem Preis
Angenommen, Sie lassen eine Wärmepumpe einbauen und brauchen eine Bohrung durch die Außenwand. So gehen Sie vor:
- Maß klären: Ihr Installateur nennt den Durchmesser, der für Leitungen, Dämmung und Abdichtung nötig ist.
- Stelle festlegen: Sie zeichnen die Bohrstelle innen und außen an und lassen prüfen, ob dort Leitungen verlaufen (z. B. anhand der Installationspläne oder mit einem Leitungssuchgerät).
- Angaben sammeln: Wanddicke, Material der Wand, Lage und Zahl der Bohrungen.
- Anfrage senden: Sie schicken uns diese Angaben über das Anfrageformular.
Je vollständiger die Angaben, desto genauer lässt sich der Aufwand einschätzen.
So sparen Sie bei der Kernbohrung
- Bohrungen bündeln: Mehrere Bohrungen an einem Termin bedeuten nur eine Anfahrt und einen Aufbau. Sprechen Sie sich dafür mit Ihrem Installateur oder Elektriker ab.
- Maße vorher klären: Durchmesser und Lage der Bohrung sollten feststehen, bevor wir kommen. Zeichnen Sie die Stelle an.
- Leitungen prüfen lassen: Wo könnten Strom-, Wasser- oder Gasleitungen liegen? Das spart Zeit und verhindert Schäden.
- Zugang freiräumen: Möbel, Regale und Vorräte zur Seite, ein Stromanschluss in der Nähe – so kann die Arbeit ohne Verzögerung beginnen.
Kernbohrung selbst machen? Mit einem Mietgerät ist das bei kleinen Bohrungen in Mauerwerk möglich, aber nicht ohne Risiko; bei Stahlbeton oder großen Durchmessern ist es selten günstiger. Was Sie dabei beachten müssen, lesen Sie im Beitrag Kernbohrung selber machen.
Häufige Fragen zu den Kosten einer Kernbohrung
Wovon hängt der Preis einer 150-mm-Kernbohrung ab?
Einen Einheitspreis für 150 mm gibt es nicht. Entscheidend sind Wanddicke, Material und Lage der Bohrung. 150 mm ist ein typisches Maß, zum Beispiel für die Abluft einer Dunstabzugshaube. In Beton liegt es im Bereich, in dem meist trocken gebohrt werden kann; bei Stahlbeton ist oft das Nassbohrverfahren besser geeignet. Den genauen Preis nennen wir Ihnen im Angebot.
Wird eine Kernbohrung pro Zentimeter abgerechnet?
Häufig ja: Viele Betriebe rechnen pro Zentimeter Bohrtiefe ab, gestaffelt nach Durchmesser. Manche nennen stattdessen einen Preis je Bohrung. Welche Berechnung für Ihren Auftrag gilt, sehen Sie in unserem Angebot.
Fallen Anfahrtskosten an?
Anfahrt und Aufbau gehören zum Aufwand jedes Termins. Wenn Sie mehrere Bohrungen an einem Termin beauftragen, fällt dieser Aufwand nur einmal an.
Wie bekomme ich einen genauen Preis?
Schicken Sie uns Durchmesser, Wanddicke, Material, Lage und Anzahl der Bohrungen. Auf dieser Grundlage erhalten Sie ein Angebot. Pauschale Preisangaben können die Bedingungen bei Ihnen vor Ort nicht berücksichtigen.
Brauche ich für eine Kernbohrung einen Statiker?
Für kleine Bohrungen in nichttragenden Wänden in der Regel nicht. Bei tragenden Wänden, Decken, Stützen oder großen Durchmessern sollte vorher ein Statiker prüfen, ob und wo gebohrt werden darf. Mehr dazu in unserem Beitrag Wann brauche ich einen Statiker?
Kernbohrung anfragen
Sie planen eine Bohrung und möchten wissen, was sie kostet? Nutzen Sie unser Anfrageformular und wählen Sie den Bereich „Betonbohren“. Beschreiben Sie in Ihrer Nachricht die geplante Bohrung – welche Angaben helfen, zeigt die Checkliste oben. Sie erhalten von uns ein Angebot. Die KE-BO-TEC GmbH arbeitet von Köln aus und ist für Kunden in der gesamten EU tätig. Mehr über unsere Kernbohrungen in Köln finden Sie auf der Startseite, eine Auswahl abgeschlossener Arbeiten unter Projekte und alle Leistungen rund ums Betonbohren im Überblick.